Mittwoch, 17. August 2016

Sie bewegt sich

Sie bewegt sich
Sie tanzt im Licht der Einsamkeit.
Sie trinkt die Tropfen und benetzt ihre Lippen mit Morgentau.
Sie lässt den Wind vorbeiziehen, lässt sich nur von der Sonne führen.
Sie lässt die Wolken vorbeiziehen, lässt sich nur von der Sonne führen.
Sie atmet feuchtes Laub, verstaubte Erinnerungen und rostige Lieder.
Sie lässt nichts an sich ran,
denn sie bewegt sich und tanzt alleine.



Dieses Gedicht findet man auch in meinem ersten Sammelband.

Freitag, 15. Juli 2016

Ok

Ein neuer Text, welchen ich bei meinem Literaturabend das erste Mal präsentiert habe:

Verzeih mir,
denn ich leih mir
doch meint man es genau hier
eher klau mir für einen kleinen Moment
deine Aufmerksamkeit
wo doch jeder kennt
ab da ist es nicht mehr weit
zu einem langen Monolog
doch ich halte mich kurz
wie ein englischer Rasen
verzichte auf hochgradig
tiefgründige Phrasen
und sage dir so war ich jetzt hier steh:
Ich finde dich echt Ok

Dein Augen und auch dein Lachen
tun kein Schaden machen
Auch deine Figur stört mich nicht
akzeptabel ist dein Gesicht
Deine Art ist ertragbar
deine Meinung hinterfragbar
und du bist gewichtsmäßig auch tragbar
und bist nicht Fan vom FCB
also finde ich dich im Grunde relativ Ok

Wenn wir uns zufällig mal sehen
vor den Kinosäälen stehen
um danach hineinzugehen
Wenn wir herumspazieren
auf den Promenaden gepflegt flanieren
Wenn wir uns auch mal treffen
und Spaß haben
uns im Sommer über das Grad jagen
oder auch mal nach einem gemeinsamen Glas fragen
Wenn wir dann Stunden auf Socken
auf deinem Teppichboden hocken
bis der Himmel sich verdunkelt
und das erste Sternlein funkelt
Wenn keine Bahn mehr geht,
ein Taxi zu teuer und es wäre schon spät
wenn ich dann heute Nacht nicht nachhause geh
fänd ich das im Grunde auch Ok

Wenn du die Isomatte nicht findest
dich schon vor Müdigkeit windest
Wenn auch der Schlafsack grad nicht da ist
und die Situation im Grunde klar ist
Wenn du dann meinst
dein Bett wäre auch breit genug für zwei
wäre ich im Grunde da auch mit dabei

Wenn du dich dann an mich schmiegst
ich dich ganz nah vor mir seh'
meinen Kopf noch ein Stück zu dem deinen dreh'
Wenn deine Lippen meine berühren
und ich fühle, dass ich in Flammen steh'
dann wäre das im Prinzip Ok

Wenn wir uns dann lieben
auf alle Arten
die Zeit und das Essen gemeinsam verbraten
Wenn wir uns fortan immer einen Bett teilen
und gemeinsame Stunden am Kamin mit heißem Tee
dann wäre das durchaus soweit ok

Falls es dann plötzlich zerbricht
es kommt ein Ende der Schicht
dein Gesicht bleibt mir nicht
nur noch eine geteilte
getrennte Sicht
Wenn du dann fortgehst

und ich dich nie mehr wiederseh'
dann wäre es schwer
doch irgendwann Ok

Sonntag, 3. Juli 2016

Zeitungsartikel zu meinem literarischen Abend

Zwei sehr schöne Lesungen sind vorbei. Nach vielen Texten, über 25 verkauften Büchern und netten Gesprächen stehen am Ende ca. 120€ Spendeneinnahmen für einen guten Zweck und ein Zeitungsartikel.

Vielen Dank an alle die da waren, es war eine große Freude für mich!

Samstag, 4. Juni 2016

Ankündigung: Literaturabend!

Es ist soweit: In wenigen Tagen werde ich die ersten Lesungen zu meinem erschienen Buch vortragen.

Am Donnerstag, den 23.06.16 um 19 Uhr in der Margarethenkirche in Kierspe

und am Dienstag, den 28.06.16 um 19 Uhr in der Aula des Evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen

werde ich mit musikalischer Untermalung einige Texte aus meinem Sammelband "Wenn es dunkel wird..." und auch einige neue Werke vortragen. Der Eintritt ist bei beiden Veranstaltungen frei. Für den Auftritt am Gymnasium gibt es bereits eine Ankündigung.


An beiden Abenden werde ich komplett verschiedene Texte vorlesen, die meisten davon natürlich aus meinem Buch. Es werden aber auch einige neue präsentiert, die bisher noch komplett unveröffentlicht sind. Ihr dürft also gespannt sein :)


Konfekt #2

Sollte Julian Brandt (Bayer Leverkusen) eine Stiftung gründen?

Donnerstag, 12. Mai 2016

Ein vernünftiger Schluss

Ein kleiner Frosch kletterte eines Tages einen Strauch hinauf. Unermüdlich stieg er höher und höher, so hoch wie er noch nie geklettert war. Endlich war er fast am oberen Ende des Strauches angelangt. Er griff nach der Spitze, rutschte jedoch ab, verlor den Halt und stürzte in die Tiefe. Doch kurz bevor er auf den Boden aufschlus, schlang sich etwas um das Bein des Frosches und bewahrte ihn vor dem Sturz in den sicheren Tod. Er baumelte in der Luft und schaute verwundert nach oben. Eine große Spinne saß einige Zentimeter über ihm in einem breiten Netz. Sie hatte in Eile einen Faden gesponnen und damit den Frosch aufgefangen.
„Danke,“, sagte der Frosch erleichtert.
„Warum hast du mich denn gerettet?“
„Bedanke dich nicht,“, antwortete die Spinne,
„Ich habe lediglich dafür gesorgt, dass dein Tod nicht sinnlos ist.“
Dann zog sie an dem Faden, der Frosch wirbelte hoch durch die Luft und landete in dem Maul der Spinne, welche ihn genüsslich verspeiste.