Samstag, 7. Juli 2018

Der große Bruder beobachtet dich

(Andacht zum Abigottesdienst 2018 am Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen mit dem Gedicht "Jeden Tag dabei")

Der große Bruder beobachtet dich.
Als Vertreter des Abiturjahrgangs Abikalypse 2015 möchte ich es mir nicht nehmen lassen zu Beginn einen der bekanntesten dystopischen Romane zu zitieren.
In meinem Abisommer 2015 war Donald Trump noch ein Milliardär mit einer eigenen Fernsehshow, der sich irrwitziger Weise ernsthaft als Präsidentschaftskandidat aufstellen lassen wollte, Horst Seehofer war noch in Bayern und Deutschland war noch die beste Fußballmannschaft der Welt. So viel zu unserem damaligen Abimotto...

Der große Bruder beobachtet dich.
Als großer Bruder stehe ich stellvertretend für viele andere ältere Geschwister hier, die heute sicherlich genauso stolz auf unsere kleinen Brüder und kleine Schwestern sind. Wer nicht weiß, von wem ich der große Bruder bin, dann schauen sie sich in ihren Reihen um, ob sich da gerade jemand besonders klein macht.
Als große Brüder und große Schwestern ist man vieles. Oft nervig, belehrend, altklug, aber insgeheim auch manchmal ein Vorbild, selbst wenn es nur den Abischnitt betrifft.
Deswegen möchte ich mein Wort zunächst an alle älteren Geschwister dieser Stufe richten. Auf unsere jüngeren Brüder und Schwestern kommt viel neues und spannendes zu in der nächsten Zeit, davon wird eventuell in der ein oder anderen Rede in der Stadthalle gleich noch gesprochen werden.
Wir als ältere Geschwister haben mit dem, was unsere Geschwister jetzt erwartet schon Erfahrungen gemacht. Wie es beispielsweise ist alleine zu wohnen, sich für Prüfungen an Unis an- und abzumelden, was man in den O-Wochen alles machen und welche Fehler man in der ersten Ausbildungswoche eher vermeiden sollte.
Seid für eure Geschwister da, wenn sie sich unsicher fühlen, Fragen haben und vermeidet es den altklugen großen Bruder oder die altkluge Schwester herauszulassen, auch wenn es manchmal schwer fällt. Ich wünsche einem jedem von euch, der gleich sein Abiturzeugnis entgegen nimmt, Brüder und Schwestern an seiner Seite, die er wahrhaftig lieb hat und die für euch da sind, wenn ihr es braucht.

Die Einzelkinder brauchen sich jetzt nicht übergangen zu fühlen. Denn gleiches was für Brüder und Schwestern gilt, gilt auch für eure Freunde. Nicht heißt seit heute, sind sind die besten Kumpels gerne mal „Bruda“.
So genannte Freunde können dich ruinieren; aber ein echter Freund hält fester zu dir als ein Bruder.“ (Sprüche 18,24) heißt es schon in der Bibel, oder auch: Ein Freund liebt zu jeder Zeit, und als Bruder für die Not wird er geboren.“ (Sprüche 17,17).
Ich wünsche mir für euch liebe Abiturientinnen und Abiturienten, die ihr gleich ein Blatt in die Hand gedrückt bekommt, dass zwar eure Leistungen in den letzten Jahren, nicht aber euren eigentlichen Wert darstellen kann, dass auch ihr in der nächsten Zeit gute und verlässliche Freunde und Brüder und Schwestern an eurer Seite habt. Die Brüder und Schwestern in der Not sind, euch unterstützen und Freude in euer Leben bringen. Solche, die nicht wie der große Bruder in 1984 euch beobachten, um euch zu überwachen, aber die ein waches Auge auf euch haben und nicht zögern euch zu konfrontieren, falls sie Probleme bei euch bemerken. Denn besonders dann braucht man solche Freunde.
Diese guten Freunde können eure älteren oder auch jüngeren Geschwister sein. Aber auch neue Freunde von der Uni oder der Ausbildung, oder die alten Freunde vom EGM.
Zu denen den Kontakt zu halten, ist gerade wenn man sich nur noch selten sieht, eine schwierige Aufgabe. Aber wenn euch dieser Freund/diese Freundin wirklich am Herzen liegt, dann lohnt es sich auch hier den Kontakt zu halten und sei es nur übers Handy und alle paar Monate mal an Weihnachten, Ostern oder beim Schützenfest.
Freunde (und damit schließe ich jetzt Brüder und Schwestern mit ein) sind in meinen Augen ein Geschenk. Ein Geschenk Gottes.
„Der große Bruder beobachtet dich“
ist auch ein Zitat mit ernstem Hintergrund,
erschienen 1948 tut es heute nicht minder kund,
welche Bedrohung sich erübrigt da
Zwischen DSGVO, Snap Map und Cambridge Analytica,
du deine digitale Privatsphäre in Staatsferne wieder schludern lässt,
und deinen Zugriff lieber dem ominösen großen Bruder lässt?
Cookies schmecken lecker,
doch muss ich sie immer akzeptieren?
Bevor das hier ausartet, möchte ich intervenieren.
Und auf eine Alternative verweisen,
die ich empfehle für das weitere durchs-Leben-reisen.

Er zählt nicht deine Schritte
und deinen Körperfettanteil.
Sagt dir nicht: "Du musst abnehmen
für dein inneres Seelenheil."
Er sagt nicht "Geh mal joggen,
deine Hose sitzt wie Blei!"
Und trotzdem ist er jeden Tag dabei,

Er schlägt dir keine Sachen vor,
die du eh gar nicht brauchst.
Nervt dich nicht ständig mit Werbung,
dass du in fremde Welten tauchst.
Er benötigt keine Updates,
alles kostenlos und frei
Und trotzdem ist er jeden Tag dabei.

Hol dir diese App,
wohin du auch gehst.
Er klaut dir keine Daten
und hat keine AGBs.
Er ist dein Kummerkasten
besser als jede Polizei,
und trotzdem ist er jeden Tag dabei.

Er macht keine schlimmen Selfies,
sein Status ist universell.
Er hat keinen Octa-Core Prozessor
und ist trotzdem irre schnell.
Er ist systemkompatibel,
und komplett Virenfrei
und trotzdem ist er jeden Tag dabei

Er benötigt keinen Zugriff
doch du kannst ihm alles geben
Er ist nicht nur ein Begriff,
Er ist Weg, Wahrheit und das Leben.
Er benötigt keine Flat,
denn der Empfang ist einwandfrei
Und trotzdem ist er jeden Tag dabei.

Hol dir diese App,
wohin du auch gehst.
Er klaut dir keine Daten
und hat keine AGBs.
Er ist dein Kummerkasten
besser als jede Polizei,
und trotzdem ist er jeden Tag dabei.

Er hat die meisten Likes,
und die meisten Abonnenten
Ist sicherer als die Pille
und lebenslange Renten.
Er ist Bestsellerautor,
seine Bücher sind der letzte Schrei
und trotzdem ist er jeden Tag dabei.

Er sucht nicht nach deinem Highscore,
er sucht nach Ehrlichkeit,
Er braucht keinen Kalender,
immer hat er für dich Zeit,
Er ist ganz schön viel beschäftigt,
hört von uns allen allerlei
Und trotzdem ist er jeden Tag dabei.

Suchst du die App für dein Leben,
hier findest du sie,
fernab all der menschengemachten Hysterie.
Lad sie jetzt kostenlos herunter,
oder hilf anderen dabei,
denn der einzig wahre große Bruder macht dich frei.

Amen

Sonntag, 20. Mai 2018

Schlafend und tobend


Schlafend und tobend vergeht die Zeit
der Himmel reißt auf
als sie dich betten
Schlafend tobend
wir stehen weit
von dir
in Trauerketten

Auf der Bühne inspiriert
deiner Texte tiefe Fragen
die offenbar und involviert
mehr handeln als sie sagen

Nicht nah bei dir
am Punkt des Abschieds
deine Worte bleiben
Schlafend und tobend vergeht die Zeit
um stimmungsvoll zu treiben

Dienstag, 10. April 2018

Wachstum

totgeglaubt und doch am Leben
fast vergessen, nie vermisst
wachsen weiter wilde Reben
fern von jeder Art von List

strecken sich wie Apfelbäume
größer hin zum hellen Licht
verteilen sich auf Lebensräume
lächelnd perlt ihr Schweißgesicht

Bis sie dann mal hochgesprossen
dauert's eine halbe Zeit
doch bis dahin wird genossen
denn das Feld ist doch so weit

Dienstag, 30. Januar 2018

Was ist mit der Welt passiert - Text zum bunten Abend in Haus Nordhelle 2018

Was ist mit der Welt passiert?
Klimakatastrophen,
Fremdenfeindlichkeit,
unfassbare Gewalt auf der ganzen Welt.
Was ist mit der Welt passiert?
Eine Frage, die traurigerweise nie an Aktualität verliert, ganz gleich zu welcher Zeit man sie stellt.
Und ja, einiges, vieles sogar passiert momentan verkehrt auf der Welt.
Nicht nach dem Willen der Menschen, die darunter leiden müssen und sicherlich auch nicht nach dem Willen Gottes, dessen Ebenbilder wir nun sind.

Deswegen möchten wir das diesjährige Motto unserer Freizeit dazu nutzen um zu bitten: Um Friede und Freude, den Eierkuchen lassen wir jetzt mal kurz beiseite.

Für Friede,
den Frieden unter uns,
den Frieden mit anderen machen.
Wir leben in Frieden keiner von uns hat erlebt wie es ist im Krieg zu sein. Aber manch einer hat ihn vielleicht gespürt, den kalten Krieg, wie er heranzog. Und dann die vielen Kriege, die wir nur von ferne mitbekommen. Vietnam, Irak, jetzt Syrien, um nur einige zu nennen. Einige die den Krieg mit erlebt haben, leben jetzt hier unter uns.
Was heißt Friede für mich?
Bin ich dankbar für den Frieden, den ich habe?
Und wo kann ich selber zum Frieden beitragen, in kleinen wie in großen Dingen?

Der Friede Gottes sei mit euch, er schenke uns Freude, die Freude am Leben.
Die Freude an der Gemeinschaft.
Es gibt viele Gründe zur Freude.
Unser größter Grund zur Freude ist aber, dass es jemanden gibt, der uns unendlich liebt, eine Liebe, die ebenso wie der Friede viel höher ist, als unsere Vernunft, eine Liebe, die stärker ist, eine Liebe, die für uns sein Leben her gab um uns zu retten, eine Liebe, die uns mit Staunen erfüllt über Gottes Wunder, seine Herrlichkeit und die Freude, die er uns schenkt.

Was ist mit der Welt passiert?
Das kann man und muss man sich manchmal fragen. Um handeln zu können, um etwas verändern zu können. Aber genauso sollte man sich erinnern, dass es Frieden und Freude gibt, den Frieden Gottes und die Freude die von ihm auf uns übertragen wird.

So möchten wir bitten:
Gott schenke euch allen seinen Friede und schenke euch Freude, an diesem Abend und zu aller Zeit.

Sonntag, 24. Dezember 2017

Der Anfang ist nah - Weihnachtspredigt für die Chrsituskirche Kierspe am 24.12.2017

Im Namen des Vaters,
des Sohnes
und des heiligen Geistes,
so heißt es,
sitzen wir nun alle hier, wobei ich stehe,
und lauschen andachtsvoll, noch ehe
gleich gespeist wird,
Geschenkpapier entpackt und gelacht,
was DHL hat mitgebracht.

Doch vorerst hier versammelt, seid ihr da,
und ich möchte euch hier verkünden:
Es ist für uns eine Zeit angekommen,
der Anfang ist nah.

Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde
und am Anfang war das Wort,
beides mag richtig sein,
doch ich fahre fort
neben Wort und Schöpfung und dessen Bewahrung,
steht dann in der Offenbarung:
"Ich bin das A und das O,
der Anfang und das Ende.
Ich will dem Durstigen geben
von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst."
Übrigens auch die nächste Jahreslosung.
Zur Übertragung in unser heutiges Alphabet
und zum Verständnis was dort geschrieben steht,
übertragen hieße es heut anstett:
Ich bin das A und das Z.

Der Anfang und das Ende.
nun wende
ich mich an euch hier in diesem Raume,
ob grade auferwacht aus einem Tagtraume
oder aufmerksam dabei,
einerlei,
vom Ende möcht ich heut nicht sprechen,
vielmehr vom Anfang
denn es ist für uns eine Zeit angekommen,
er hat Menschengestalt angenommen,
mit einem einzigartigen Versprechen,
dass der Sprecher dieser Worte,
meinte zu den Menschen all.
Von wem ich sprech?
Tipp: Er lag da im Stall.
Durch Jesus Christus ist für uns eine Zeit angekommen,
der Anfang ist nah.

In Kinosäälen grade prall gefüllt,
manch ein Geheimnis wird enthüllt.
Wechselt Rey zur dunklen Seite,
ist Luke Skywalker der zweite,
der nach seines Vater Vorbild,
sich nun ebenfalls ins dunkle hüllt?
Ich weiß es selbst noch nicht,
doch einst sprach der alte Luke im Trailer schon herbei:
Die Zeit der Jedi ist vorbei.

Und da endet auch die Paralelle,
zu diesem Film, von dem ich erzähle,
den egal wie dieser Film auch enden kann.
Die Geschichte von ihm fängt jetzt erst richtig an
Die Zeit der Jedi mag vorbei sein,
doch für uns ist eine Zeit angekommen,
und Gott sei dank haben viele diese Freude für sich angenommen.
Drum wiederhole ich es gern nochma
Es ist für uns eine Zeit angekommen,
der Anfang ist nah.

Der Anfang, der begann ganz ohne Andrang,
der einst begann in einem Stall,
Der Anfang vom Anfang.
Es ist der Anfang eines Neuanfangs,
der sich fortsetzen wird in seinen Werken bis ganz
hinausläuft auf ein scheinbares Ende,
doch beim scheinbaren Ende,
kommt dann die Wende,
die Geschichte von dem kleinen Kind wird weitergehen
-Spoiler- er wird auferstehen,
sich hingeben all unserer schlechten Taten,
Dingen, die wir nicht rechtens taten.
Sein Leib und Blut geben
und vergießen in bedingungsloser Liebe,
für dich und mich, mögen unsere Triebe
oder wie auch immer wir es nennen mögen,
uns verleiten lassen zu hassen,
den oft beschworenen
und doch unübersichtlichen rechten Pfade zu verlassen,
selbst dann hat er es noch nicht bereut
und darum er sich für jeden freut,
der dies für sich als Mensch erkennt,
nachzulesen auch im neuen Testament.

Jesus möchte uns geben von der Quelle des lebendigen Wassers,
und das gratis, aber keinesfalls umsonst.

Und diese Verheißung nimmt heute wieder ihren Anfang,
an den wir uns erinnern,
mag es ganz lang,
her sein, doch im innern,
dieser Geschichte steckt so viel Liebe,
die Gott an uns vermacht,
in dem er seinen Sohn gebracht.

Und vielleicht mag es mir nicht ganz so gar gelingen,
die Botschaft so in eure Herzen zu bringen,
wie es bei dem grade gesehen Detektiv passierte,
der nur beruflich diesen Stall passierte
und berührt war von dieser Szenerie.
Der still gelegenen Harmonie,
er spürte den Anfang, den Anfang vom Anfang.
Er merkte es für uns eine Zeit angekommen
und er bezeugte dies vor Herodes,
wäre er geschnappt worden,
wäre er vermutlich des Todes.

So ist ein jeder dieser Feiertage,
Weihnachten genannt, die Frage,
nehmt ihr das Angebot an mit ihm zu gehen,
vom Anfang an auf ihn zu sehen.
Es bleibt bestehen auf alle Zeit,
so möchte ich euch ermutigen,
eure Herzen weit,
oder auch nur ein klein Stück weit zu öffnen
und wenn wir nachher alle sprechen ein Gebet,
ich wünsche euch innezuhalten und überlegt
kurz schon,
ob ihr zu Gott, dem heiligen Geist und seinem Sohn
vielleicht ein zwei kleine Worte habt, bereut's nicht,
er wird es hören und er freut sich.

So möchte ich zum Ende dieses Textes,
doch zum Anfang eines neuen Anfangs
der mit der Geburt Jesu, an die wir uns heute erinnern beginnt,
ein Gedicht mit euch teilen, welches man heut eher singt.
Es lebt in diesem Neuanfang,
beschreibt mit hoffnungsvollem Klang
und viel Vertrauen,
was es heißt auf Gott zu bauen,
der bei uns ist, egal wo.
Vom Anfang bis zum Ende, A&O

Und vor genau 73 Jahren und 4 Tagen
eine Zeit mit viel Wehen und viel Klagen.
Schrieb jemand aus einem dunklen Kellergefängnis
Zeilen die ihren Weg aus dieser düsteren Bedrängnis
fanden in unsere Kirchenbücher und Chorgesänge,
geschrieben aus der Enge
dieser kalten Mauern,
doch mit Trost
und Vertrauen statt Bedauern.
Bonhoeffers Ende war damals nah,
er sah es ihn schon ereilen
doch er wusste von dem neuen Anfang, drum ist er bei Gott geblieben,
So möchte euch diese Worte nun mit euch teilen
und abschließen mit Philliper 4, Vers 7.

So sei, ein jeder hier,
Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.


Laß warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so laß uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

denn es ist für uns eine Zeit angekommen,
der Anfang ist nah.

Und der Friede Gottes,
der höher ist als alle Vernunft
der bewahre eure Herzen und Sinne
in Jesus Christus

Amen.

Freitag, 10. November 2017

"Vorm offenen Fenster" Text und Video



Vorm offenen Fenster


Hallo
Wie geht es dir?
Ich wollte dir einfach mal schreiben und dir erzählen was ich so mache.

Was du machst weiß ich ja. Du bist so beschäftigt. Du hast zu tun und wirst gebracht. Du musst deine Arme überall haben und immer eine schützende auflegen. Du sollst Wegweiser sein, Ziele setzen und den Start vorbereiten.
Ich hingegen?
Ich sitze mal wieder abends vor dem offenen Fenster und schaue in unsere Nachbarsgärten. Es ist eigentlich viel zu kalt und ich friere auch, aber meine Güte: Es ist halt Sommer. Ich habe nicht viel zu tun. Meine Arbeit ist zu hart, als das sie mich langweilen würde, aber zu weich als ob sie mich fordern würde. Ich mach sie einfach. Und Abends sitze ich vor dem offenen Fenster und sehe in die Nachbarsgärten. Ich höre die Vögel wie sie tagtäglich ihre Lieder singen, die Schüler am Nachmittag wenn sie von der Schule kommen und sich eifrig unterhalten. So vieles ist hier los. Und so vieles zieht vorbei. Es kommt und geht, es zieht einfach an mir vorbei.
Ich wünsche mir sehr das du bald wiederkommst. Es ist so einsam ohne dich. Ich vermisse dich. Ich vermisse dich manchmal und jedes Mal wenn ich dich vermisse halte ich kurz inne. Und die Welt scheint in einem Zeitlupentempo an mir vorbeizuziehen. Eigentlich steht sie still. Für einen kurzen Moment passiert gar nichts. Und dann geht das Leben wieder normal weiter alles ob nichts gewesen wäre.
Ich weiß nicht wie es dir geht. Aber ich glaube du hast diese Momente nicht. Für dich ist das alles ein Spiel. Ein Glücksrad das jeden Tag bei einer anderen Farbe stehen bleibt. Du hast so viel um dich herum als ob du der Fixstern eines Sonnensystems wärst. Du liegst mitten im Sand aus Informationen und Worten und mir wird kalt, weil ich trotz 11 Grad immer das Fenster auflasse.
Es ist ja Sommer.

Ich hoffe und wünsche mir das du bald kommst und meine kaputte Uhr wieder reparierst. Ich wünsche mir immer so ein Leben zu haben wie du es führst. Doch ich versage immer an der Verlockung eines weichen Bettes in deinem Zimmer und knallgelben Rosen unserer Nachbarin. Du hast auch ein Bett, aber ob deine Nachbarn Rosen haben weiß ich nicht, vielleicht auch nur Narzissen.

Auf Wiedersehen
Wie geht es dir?
Ich wollte dir einfach mal schreiben und dir erzählen was ich so mache.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Zeitungsartikel zum Poetry Slam in Meinerzhagen

Viel Spaß hatte ich am letzten Freitag beim Poetry Slam in der Jesus-Christus-Kirche in Meinerzhagen. Bei meinem zweiten Poetry Slam gab es abermals einen zweiten Platz, über den ich mich sehr freue.

Die Meinerzhagener Zeitung hat auch einen Bericht darüber geschrieben.